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"Lieber ein Lächeln als Trinkgeld"Ingolstadt (DK) In einer von Fluktuation geprägten Branche hat Gisela Pape 36 Jahre lang im selben Haus gearbeitet. Die Großmehringerin ist im Hotel Rappensberger beschäftigt, die meiste Zeit an der Rezeption. Heute geht sie in den Ruhestand.
So hat Gisela Pape mitunter Dinge gemacht, die bei den Kollegen manchmal nicht so gern gesehen sind. "Wenn eine Gesellschaft abgereist ist, bin ich oft mit hinaus und habe dem Bus nachgewunken. Das bleibt den Leuten doch in Erinnerung, und sie denken positiv an den Aufenthalt bei uns zurück." Davon ist die Großmehringerin bis heute überzeugt, mögen die anderen denken, was sie wollen. Dabei hatte die 62-Jährige zunächst ganz andere Berufspläne gehabt. Als Kind wollte sie gerne Handarbeitslehrerin werden. Doch dann kam es anders, wie so oft im Leben. Irgendwie war es ihr wohl in die Wiege gegeben worden, denn schon die Großeltern hatten den "Bräumartl" in Großmehring betrieben. Später haben Mutter und Tante der kleinen Gisela den Gastbetrieb übernommen. Schon damals hat sie Getränke eingeschenkt und mitgeholfen – immer das Wohl des Gastes im Blick. So ist es nichts geworden mit dem Lehrerberuf. Statt dessen war das junge Mädchen 1965 an die Hotelfachschule nach Bad Reichenhall gegangen und hatte sich ausbilden lassen. Nach zwei Jahren im Hotel Schottenhamel in München trieb es die Großmehringerin in die Schweiz nach Montreux und Genf, später noch nach Frankreich, wo sie an der Botschaft in Paris angestellt war. "Ich wollte damals unbedingt Französisch lernen." Die Liebe zu dieser Sprache ist ihr bis heute geblieben. Richtig stolz war Gisela Pape, als Willy Brandt ihr einmal die Hand reichte. "Da hab’ ich mir erst was eingebildet. Aber er hat dann jeden so persönlich begrüßt", lacht die 62-Jährige. Oskar Lafontaine hat sie ebenso kennengelernt wie den Komiker Otto oder den Pianisten Justus Frantz. "Der hat großen Wert darauf gelegt, nur Marmelade aus frischen Erdbeeren zu bekommen. Da haben wir sie ihm halt gekocht." Die irische Folkband The Dubliners sind ihr vor allem wegen ihrer lustigen Art in Erinnerung geblieben. "Und Helmut Fischer war auch mal da. Der ist genau so gewesen, wie in seinen Filmen. Ein sehr angenehmer Mensch." Ob der bekannte Musiker Lang Lang, das Kabarettistenpaar Claudia Schlenger und Hanns Meilhamer alias Herbert und Schnipsi oder Ex-Finanzminister Theo Waigel – die 62-Jährige hat viel Prominenz durchs Haus geführt. Und immer auch ebenso beflissen dem ganz gewöhnlichen Gast eine gute Zeit bereitet. Auf ihren Ruhestand, der heute nach Dienst beginnt, freut sich Gisela Pape bei aller Liebe zu ihrer Arbeit trotzdem. "Ich habe zwei Enkelkinder und viele Freunde, außerdem gibt es einen Garten zu bestellen." Nur das mit dem Kochen, lacht sie, werde eine Herausforderung: "Ich habe ja bisher im Hotel gegessen. Jetzt muss ich das erst wieder lernen." Quelle: Donau Kurier |
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Ihr Beruf war gleichzeitig Berufung, das ist der 62-Jährigen sofort anzusehen. Mit einem Lächeln im Gesicht begrüßt sie jeden Gast, und es ist offenkundig, dass sie es damit ganz und gar ehrlich meint. "Wenn ich jemanden nach einer langen und beschwerlichen Anreise gleich freundlich in Empfang nehme, fühlt er sich doch gleich willkommen", sagt die Hotelfachfrau. "Der Gast ist für mich immer das Wichtigste gewesen. Wenn ich dann ein Lächeln zurück bekomme, ist mir das lieber als Trinkgeld."